Wie Betroffene und Angehörige Magersucht erkennen können



Für Betroffene ist es am Schwersten, die eigene Magersucht zu erkennen, denn Grundlage der Magersucht ist ja meistens ein völlig verzerrtes Bild, das man von der eigenen Person hat. Betroffene betrachten sich nackt im Spiegel, jeder Beobachter würde sich vor Schreck erst mal setzen müssen, weil man die Rippen bereits zählen kann, aber der Betroffene glaubt noch immer hier und da ein Pfund zu viel zu entdecken.

Bei einer persönlichen Krise, die vielleicht durch eine Niederlage, einen Verlust, eine zerbrochene Beziehung entstanden ist, mit Essstörungen begonnen hat und in eine Magersucht ausgeufert ist, besteht eventuell auf dem Weg der seelischen Genesung noch die Möglichkeit dass der betroffene Mensch selbst entdeckt und auch ehrlich genug zu sich selbst ist um zuzugeben, dass das Gewicht nicht mehr in Ordnung ist. Aber ein wirklich magersüchtiger Mensch wird diese Feststellung nur in den seltensten Fällen treffen können.

Angehörige beobachten mit Sorge, dass ein geliebter Mensch einfach nichts isst, versuchen zu umsorgen und zu hegen und pflegen, diesen Menschen zu bekochen, aber er verweigert einfach jede Nahrungsaufnahme. Viele arbeiten auch mit Tricks, entsorgen Nahrungsmittel heimlich im Abfall, nur um den Eindruck zu erwecken, gegessen zu haben. Eine Magersucht ist jedoch recht einfach zu erkennen, nämlich genau an der Tatsache, dass der Betroffene keine Nahrung zu sich nimmt und immer dünner wird.

Schwieriger ist es bei der Bulimie, der Ess-Brechstörung. Denn hier essen die Betroffenen ja regelmäßig, aber sie erbrechen die Nahrung ja wieder. Bis das ein Angehöriger erkennt, ist die Krankheit meist schon weit fortgeschritten.