Therapie bei Magersucht



Die Behandlung von Esstörungen und Magersucht kann nur innerhalb einer Therapie stattfinden und grundsätzlich ist ein Klinikaufenthalt angeraten. Die Therapie hat die besten Aussichten auf Erfolg, wenn sie über mehrere Monate stationär stattfindet, denn die Betroffenen haben einen langen Weg vor sich.

Grundsätzlich sind die Patienten in der Regel in Doppelzimmern untergebracht und sollen möglichst nicht alleine sein. Die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, und das gilt auch für Magersüchtige, die sich schon fast zu Tode gehungert haben und keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen können. Bei diesen Extremfällen wird meist mit der so genannten Astronautenkost in Trinkform dafür gesorgt, dass sie Kalorien zu sich nehmen. Die Teilnahme am gemeinsamen Essen ist trotzdem Pflicht.

Begleitend finden Gesprächstherapien mit erfahrenen Psychologen statt. Die Ursachen dieser Erkrankung, die fast immer seelisch sind, müssen erkannt werden und an diesem Punkt muss die Behandlung ansetzen. Das Selbstwertgefühl muss gestärkt werden, es muss an der eigenen Wahrnehmung der Betroffenen gearbeitet werden. Ergotherapeutische Begleitung sorgt nicht nur für ausreichende Beschäftigung, sondern auch für Erfolgserlebnisse. Viele Kliniken arbeiten auch mit Tieren, denn der Kontakt mit Tieren stärkt nach bisherigen Erkenntnissen oftmals das Gefühl für den eigenen Wert und auch für das eigene Körpergefühl.

Eine Therapie für Magersucht und Essstörungen kann nicht innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein, sondern dauert meist mehrere Monate, oft sogar ein ganzes Jahr. Danach findet eine weitere Betreuung durch erfahrene Psychologen am Wohnort statt, denn die Gefahr ist zu groß, dass es zu einem Rückfall kommt, sobald ein Problem auftaucht, mit dem die Betroffenen nicht fertig werden.