Magersucht bei Männern



Essstörungen und Magersucht gelten eigentlich als typische Frauenkrankheiten. Es sind die Frauen, die grundsätzlich schön sein wollen. Schlanke Frauen gelten als schön, deswegen erscheint es Frauen erstrebenswert, so schlank wie möglich zu sein. Auch scheinen Frauen grundsätzlich angreifbarer in diesem Punkt zu sein als Männer. Wenn es um Schuldzuweisung an die eigene Person geht, um Selbstverurteilung und um Selbsthass sind Frauen noch immer traurige Siegerinnen der Geschlechter.

Männer dürfen ruhig einmal einen kleinen Bauch haben, viele Frauen empfinden das sogar als liebenswert und kuschelig. Frauen hingegen akzeptieren ein kleines Speckröllchen meistens überhaupt nicht, auch wenn sie eigentlich wunderschön sind und viele Blicke auf sich ziehen. Es sind auch selten die Männer, die erwarten, dass es eben keine „Röllchen“ gibt, sondern die absolut schlanke Frau ist eigentlich eine Erfindung und ein Schönheitsideal von Frauen und für Frauen. Die meisten Männer finden ein paar Pfunde zu viel überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil, sogar oftmals attraktiv.

Aber die Zeiten ändern sich und in Zeiten der metrosexuellen Männer und der schönen, männlichen Unterwäschemodels mit Waschbrettbauch beginnt sich das Leiden der Magersucht auch unter den Männern zu verbreiten. Viele Männer, bei denen sich eine Essstörung bemerkbar macht, haben ein seelisches Trauma erlitten. Eine Beziehung ist gescheitert. Oder der große, schlanke Kollege mit dem Waschbrettbauch hat die begehrte Beförderung bekommen. Oder die Fußballkollegen haben ein bisschen gefrotzelt über die Kurzatmigkeit im Training und das kleine Bäuchlein unter der Trainingshose.

Statistiken beweisen, dass immer mehr Männer an Essstörungen erkranken. Nur leider sind diese bei Männern viel schwerer als solche zu identifizieren.